Ingrid Wild-Lüffe

Scham und Bindungstraumatisierung

24.11.2026 um 19.00 Uhr online per Zoom

Scham ist nicht nur eine Folge von Bin­dungs­trau­ma­ti­sie­run­gen – sie kann selbst trau­ma­ti­sie­rend wir­ken. Wenn Kin­der wie­der­holt erfah­ren, dass ihre Gefühle, Bedürf­nisse oder Gren­zen abge­wer­tet, über­gan­gen oder lächer­lich gemacht wer­den, ent­steht ein exis­ten­zi­el­ler Selbst­zu­stand: nicht „Ich mache etwas falsch“, son­dern „Ich bin falsch“.

Scham zeigt sich dann als tief ver­an­kerte Art, sich selbst zu erle­ben. Sie geht häu­fig mit Rück­zug, der Ver­mei­dung von Nähe, Unsi­cher­heit im Kör­per­er­le­ben und Schwie­rig­kei­ten ein­her, die eige­nen Bedürf­nisse über­haupt wahr­zu­neh­men oder zu ver­tre­ten. Nach außen wir­ken Betrof­fene oft ange­passt oder leis­tungs­fä­hig – inner­lich engt sie die Angst vor erneu­tem Beschämt­wer­den jedoch stark ein.

Die­ser Zustand ist eng an soziale Erfah­run­gen gebun­den. Scham wurde in beschä­men­den Bin­dungs­kon­tex­ten zur Vor­aus­set­zung für Zuge­hö­rig­keit. Dadurch kop­peln sich Scham und Bin­dung: Nähe fühlt sich nur „sicher“ an, wenn der eigene Selbst­wert klein bleibt.

Scham kann dann para­do­xer­weise Zuge­hö­rig­keit ermög­li­chen. Selbst ent­wür­di­gende Bezie­hun­gen wer­den auf­recht­erhal­ten – oder sogar aktiv gesucht. Scham wird zum Preis für Nähe, bis hin zu dem inne­ren Erle­ben, dass nur beschä­mende Per­so­nen einen „rich­tig“ behan­deln. Beson­ders deut­lich zeigt sich diese Dyna­mik in der Kör­per­lich­keit und Sexualität.

Die lang­jäh­rig erfah­rene Trau­ma­the­ra­peu­tin Ingrid Wild-Lüffe ver­mit­telt ein trau­ma­sen­si­bles Ver­ständ­nis von Scham als exis­ten­zi­el­lem Selbst­zu­stand und zeigt, wie ein wür­de­vol­ler, bezie­hungs­ori­en­tier­ter Umgang den Selbst­zu­gang und die Regu­la­tion för­dern kann. Scham ver­schwin­det nicht durch Kon­fron­ta­tion, son­dern dadurch, dass ihre Funk­tion in unse­ren Bin­dungs­be­dürf­nis­sen ver­stan­den wird.

Live-Online-Vor­trag mit anschlie­ßen­der Dis­kus­sion. Ohne Auf­zeich­nung – damit Aus­tausch und Fra­gen in einem geschütz­ten, ver­trau­li­chen Rah­men Platz haben.

Die Expertin

Ingrid Wild-Lüffe ist Psy­cho­lo­gi­sche Psy­cho­the­ra­peu­tin und Trau­ma­the­ra­peu­tin (DeGPT). In ihrer Arbeit unter­stützt sie Men­schen, die durch trau­ma­ti­sie­rende Bin­dungs­er­fah­run­gen geprägt sind und mit kom­ple­xen Trau­ma­fol­gen sowie Dis­so­zia­tion leben. Sie ist Vor­stands­vor­sit­zende des Trau­ma­hil­fe­zen­trums München.

Kurszeiten 

19.00–20:30 Uhr

Fortbildungspunkte

Wer­den bei der Baye­ri­schen Lan­des­ärz­te­kam­mer beantragt.

Kursgebühr

33 €

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Anmel­de­schluss: Tag der Ver­an­stal­tung um 17.00 Uhr.

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