Der Umgang mit Erinnerungen an Gewalt und Trauma gehört zu den anspruchsvollsten Aufgaben in der Therapie und Beratung. Helfende stehen dabei zwischen zwei wichtigen Verantwortungen: Sie sollen Menschen dabei unterstützen, über Erlebtes zu sprechen – und zugleich sorgfältig darauf achten, keine falschen Erinnerungen zu fördern oder vorschnelle Zuschreibungen zu machen.
Der Traumatherapeut und ‑forscher Jan Gysi erklärt verständlich und wissenschaftlich basiert, was wir heute über Gedächtnis, Beeinflussbarkeit (Suggestibilität) und traumabezogene Erinnerungen wissen.
Wie kann das Offenlegen von Gewalt und Trauma in der Therapie verantwortungsvoll begleitet werden? Welche Risiken bergen suggestive Fragen und Vorgehensweisen? Wie unterscheiden sich autobiografische und traumatische Erinnerungen? Und wie kann ein ethisches und fachlich sorgfältiges Vorgehen in Diagnostik, Therapie und Beratung aussehen?
Ein besonderer Fokus liegt auf dem Konzept des „kritischen Glaubens“ und „mitfühlenden Zweifelns“ als professioneller Haltung in der Praxis.
Live-Online-Vortrag mit anschließender Diskussion. Ohne Aufzeichnung – damit Austausch und Fragen in einem geschützten, vertraulichen Rahmen Platz haben.
Dr. med. Jan Gysi ist Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie in Bern mit Schwerpunkt Psychotraumatologie. Er ist in Forschung, Lehre und Supervision tätig und setzt sich für eine evidenzbasierte, traumainformierte Versorgung von Menschen mit komplexen Traumafolgestörungen ein. Bücher „Diagnostik von Traumafolgestörungen“ und “Handbuch sexualisierte Gewalt”.
19.00–20:30 Uhr
Werden bei der Bayerischen Landesärztekammer beantragt.
33 €
Bitte vollen Vor- und Nachnamen angeben (im Anmeldeformular und in Zoom).
Anmeldeschluss: Tag der Veranstaltung um 17.00 Uhr.
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