Eine Geburt ist ein zutiefst existenzielles Ereignis – auch dann, wenn sie später als positiv erinnert wird. Gleichzeitig berichten viele Gebärende von belastenden Erlebnissen: Etwa 30–50 % erinnern die Geburt negativ und/oder beschreiben Gewalt erfahren zu haben.
Etwa 3 % aller Gebärenden entwickeln infolge der Geburt eine posttraumatische Belastungsstörung (PTBS). Der Anteil in Hochrisikogruppen liegt allerdings deutlich höher. Hierzu zählen z. B. Gebärende, die bereits psychisch vorbelastet sind, traumatische Vorerfahrungen mitbringen, unter Ängsten in der Schwangerschaft oder vor der Geburt leiden oder eine Geburt mit akuten Eingriffen bzw. Komplikationen erleben. Auch Erfahrungen von Respektlosigkeit oder Misshandlung unter der Geburt, Belastungen im Wochenbett sowie geringe soziale Unterstützung können dazu beitragen, dass posttraumatische Beschwerden nach der Geburt häufiger auftreten.
Die Hebamme und Traumafachberaterin Martina Kruse bringt uns in diesem Vortrag nahe, was negative oder traumatische Geburtserfahrungen begünstigt und welche weitreichenden Folgen diese für die Gebärenden, ihre Kinder und Partner:innen sowie ihr familiäres System haben. Dazu stellt sie Unterstützungsmöglichkeiten vor, die in der Therapie und Beratung hilfreich sein können.
Live-Online-Vortrag mit anschließender Diskussion. Ohne Aufzeichnung – damit Austausch und Fragen in einem geschützten, vertraulichen Rahmen Platz haben.
Martina Kruse, M.A., ist als Familienhebamme in den Frühen Hilfen tätig. Neben ihrer angestellten Arbeit berät sie Frauen und Paare im Kontext von Gewalterfahrungen sowie nach traumatischen Geburten. Sie ist Traumafachberaterin und systemische Beraterin und verfügt über Ausbildungen in EMDR und I.B.T.®. Zu den Schwerpunkten traumatische Geburt und Schwangerschaft nach Gewalterleben schult sie Fachkräfte im Gesundheits- und Sozialwesen. Bücher: “Traumatisierte Frauen begleiten” und “Trauma und Gewalt in der Geburtshilfe”.
19.00–20:30 Uhr
Werden bei der Bayerischen Landesärztekammer beantragt.
33 €
Bitte vollen Vor- und Nachnamen angeben (im Anmeldeformular und in Zoom).
Anmeldeschluss: Tag der Veranstaltung um 17.00 Uhr.
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