Der Beckenboden – oft übersehen, mit Scham belegt und selten bewusst gespürt – ist ein erstaunlicher Ort. Er liegt in der Mitte unseres Körpers und ist doch weit mehr als nur ein Netz aus Muskeln und Bindegewebe.
Seine Lage ist intim, seine Wirkung tiefgreifend: In direkter Nachbarschaft zu den lustempfänglichen inneren Geweben von Klitoris und Penis, durchzogen von einem echten Erregungsnerv (dem Nervus pudendus, der leider noch als „Schamnerv“ bezeichnet wird), beeinflusst der Beckenboden, wie sich Erregung entfaltet – ob Orgasmen möglich werden, sich Erektionen aufbauen oder Feuchtigkeit spürbar wird – und vor allem, wie frei oder gehemmt diese Prozesse fließen können. Oft liegt hier ein Schlüssel verborgen – wenn sich Lust nicht zeigt oder körperliche Reaktionen ausbleiben.
Auch bei Schmerzen und Verspannungen lohnt sich ein achtsamer Blick auf den Beckenboden. Manche Beschwerden im Intimbereich, im Unterleib, während der Periode oder im unteren Rücken ließen sich leichter lösen, würde der Beckenboden mitgedacht und einbezogen. Ebenso wenn es zu Problemen beim Wasserlassen oder Stuhlgang kommt – denn oft liegen hier unentdeckte Zusammenhänge verborgen: Daueranspannung, Triggerpunkte, Verletzungen oder Vernarbungen, fehlender Tonus und mangelnde Durchblutung. All das kann nicht nur das sexuelle Erleben, sondern auch das allgemeine Wohlbefinden beeinträchtigen – und bleibt sowohl in der Gynäkologie als auch in der Sexualtherapie häufig unerkannt.
Ausgelöst durch Stress kann sich der Beckenboden ebenfalls unangenehm bemerkbar machen. Und auch nach traumatischen Erfahrungen – sei es durch (sexuelle) Gewalt, durch Geburt oder medizinische Eingriffe. Ein feinfühliger Zugang zu diesem sensiblen Bereich kann dabei helfen, körperlich wie seelisch wieder in Verbindung zu kommen.
Ein solcher Zugang führt nicht nur zu mehr Körperbewusstsein, sexueller Lebendigkeit und einem tieferen Verständnis für die feinen Wechselwirkungen zwischen Muskulatur, Nervensystem und Empfindung. Die Verbindungen des Beckenbodens reichen weit über das Genitale hinaus: in unser autonomes Nervensystem, unser emotionales Erleben und unser Selbstgefühl. Wer den Beckenboden entdeckt, begegnet dabei oft auch sich selbst – in der eigenen Kraft, in zarter Verletzlichkeit und lebendiger Präsenz. Spätestens dann wird deutlich, wie sehr unsere Mitte – physisch wie psychisch – das Erleben von Intimität und Verbundenheit prägt.
Ana Herrmannsdörfer nimmt uns mit auf eine Entdeckungsreise in den Körper – fundiert, praktisch und erfahrungsbezogen. Ihr Workshop verbindet moderne Beckenbodentherapie mit Sexualberatung und bietet wertvolle Impulse für Menschen, die beratend und therapeutisch arbeiten – und für alle, die dem eigenen Körper mit mehr Neugier, Mitgefühl und Lebendigkeit begegnen möchten.
Ana Herrmannsdörfer (she/her) ist Physiotherapeutin, Sexualberaterin (DGfS) und Sexualpädagogin (PfS). Sie spezialisiert sich in ihrer Arbeit auf Beckenbodentherapie #physiopelvica und integriert dabei auch Aspekte zu Sexualität. In ihrer Praxis „Mitte der Kraft“ bringen sie und ihr Team die Themen Beckenboden, Sexualität und Beziehungen aus der Tabuzone.
Für den Workshop treffen wir uns im Isarraum – ein stilvoller Wohlfühlort, nah an der Isar und nicht weit vom Zentrum gelegen:
Isarraum
Kochelseestraße 10
81371 München-Sendling
Im Kurspreis enthalten sind Getränke, vormittags eine Brotzeit und frisches Obst sowie am Nachmittag köstliche Kuchen von unserem Lieblingscafé, dem Gartensalon.
Mittags kann entweder in einem der vielen Lokale in der Umgebung gespeist werden (nicht im Kurspreis inbegriffen) oder mitgebrachtes Essen verzehrt werden.
Wurden bei der Bayerischen Landesärztekammer beantragt.
Early-Bird-Preis: 490 €
bei Anmeldung bis 26.08.2028
Regulärer Preis: 580 €
bei Anmeldung ab 27.08.2028
Die Plätze sind begrenzt und werden in der Reihenfolge der Anmeldung vergeben.
Sollten Sie Ihre Anmeldung stornieren müssen, berechnen wir eine Gebühr, um unseren Verwaltungsaufwand zu decken:
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