Johanna Degen

Liebe, Sex und Nähe im Netz –
Online-Dating, künstliche Intelligenz, Internetsexualität

16.04.2027 Online per Zoom

Intime und sexu­elle Wel­ten im Inter­net – Was zunächst tech­nisch klingt, berührt etwas sehr Ver­trau­tes: Wün­sche nach Nähe, Begeh­ren und Bin­dung. Aber auch Schmerz­punkte wie Ein­sam­keit, Selbst­zwei­fel und Kon­flikte Und damit The­men, die täg­lich in The­ra­pie und Bera­tung auftauchen.

Klient:innen erzäh­len von Kon­tak­ten beim Online-Dating, die plötz­lich abbre­chen. Von Erschöp­fung nach Mona­ten auf Dating-Platt­for­men. Von Streit über Nach­rich­ten, Likes und Bild­schirm­zeit. Von Por­no­kon­sum, der mehr Raum ein­nimmt als gewünscht. Von inten­si­ven Bezie­hun­gen zu Men­schen, denen sie nur online fol­gen oder für deren Inhalte sie bezah­len. Und zuneh­mend auch von Gesprä­chen mit einer künst­li­chen Intel­li­genz, die zuhört, bestä­tigt, flir­tet oder schein­bar immer ver­füg­bar ist.

Oft bleibt die Bedeu­tung digi­ta­ler Erfah­run­gen in der Arbeit mit Kli­ent und Pati­ent im Hin­ter­grund. Dabei lohnt es sich, genauer hin­zu­se­hen. Denn sie sind längst Teil ihres Lebens – und damit auch Teil von The­ra­pie und Beratung.

Was macht Online-Dating mit unse­rem Erle­ben von Nähe, Aus­wahl und Zurück­wei­sung? Wel­che Bedeu­tung kön­nen sexu­elle Inhalte im Netz für einen Men­schen haben – jen­seits der Frage, wie häu­fig sie genutzt wer­den? Warum kann die Bezie­hung zu einer künst­li­chen Intel­li­genz emo­tio­nal so bedeut­sam wer­den?
Wel­che Vor­stel­lun­gen von Sex, Ein­ver­nehm­lich­keit, Geschlecht und Bezie­hung ent­ste­hen heute im Inter­net? Und wie spre­chen wir dar­über, ohne vor­schnell zu bewer­ten oder zu pathologisieren?

Genau hier setzt die­ser Work­shop an. Johanna L. Degen zeigt anhand kon­kre­ter Pra­xis­bei­spiele und aktu­el­ler For­schung, wie das Inter­net unser Erle­ben von Bezie­hung, Sexua­li­tät und Inti­mi­tät mit­prägt. Denn Dating-Apps, soziale Netz­werke, Por­no­sei­ten oder KI-Anwen­dun­gen sind nicht ein­fach neu­trale Werk­zeuge. Sie beein­flus­sen, was Men­schen sehen, was ihnen als „nor­mal“ erscheint und wel­che Vor­stel­lun­gen von Bezie­hung, Attrak­ti­vi­tät und Sexua­li­tät sich verbreiten.

Der Work­shop bie­tet Ori­en­tie­rung – ohne Alar­mis­mus, ohne Berüh­rungs­angst und ohne inten­sive Inter­net­nut­zung vor­schnell als „Sucht“ zu verstehen.

Sie erfah­ren, wie Sie …

  • digi­tale Erfah­run­gen selbst­ver­ständ­lich in Ana­mnese, Dia­gnos­tik und Pro­zess­ar­beit ein­be­zie­hen können.
  • Inter­net­nut­zung dif­fe­ren­ziert ein­schät­zen, ohne sie vor­schnell zu problematisieren.
  • her­aus­fin­den, wel­che Funk­tion eine Dating-App, Por­no­gra­fie, Social Media oder ein Chat­bot im Leben einer Per­son erfüllt.
  • hilf­rei­che und belas­tende Sei­ten der Nut­zung gleich­zei­tig im Blick behalten.
  • Erschöp­fung durch Online-Dating, Unsi­cher­hei­ten rund um Ein­ver­nehm­lich­keit und ent­mu­ti­gende oder resi­gna­tive Vor­stel­lun­gen von Bezie­hun­gen anspre­chen können.
  • mit Ein­zel­per­so­nen und Paa­ren arbei­ten, deren Kon­flikte sich um Chat­ver­läufe, Por­no­kon­sum, Social Media oder digi­tale Kon­takte drehen.
  • inten­sive Bin­dun­gen an Men­schen, denen Kli­ent vor allem online begeg­nen, bes­ser ver­ste­hen und ein­ord­nen können.
  • Bezie­hun­gen zu KI-Chat­bots ver­ste­hen und mit Kli­ent über Mög­lich­kei­ten und Gren­zen die­ser Sys­teme spre­chen können.
  • Ihre eigene Hal­tung und Prä­gung durch digi­tale Medien reflek­tie­ren und eine offene, fach­lich fun­dierte Hal­tung entwickeln.

Der Work­shop ist pra­xis­nah und inter­ak­tiv. Johanna L. Degen ver­bin­det kon­krete Bei­spiele und Fälle aus der Pra­xis mit aktu­el­ler For­schung. Gear­bei­tet wird unter ande­rem mit Dating-Pro­fi­len, Chat­ver­läu­fen und Bei­spie­len aus Apps und Platt­for­men, mit Fäl­len aus dem Teil­neh­men­den­kreis sowie mit gemein­sa­mer Refle­xion und dem Aus­tausch in Kleingruppen.

Ziel ist nicht nur mehr Wis­sen über digi­tale For­men von Inti­mi­tät. Es geht vor allem darum, siche­rer hin­zu­schauen, gute Fra­gen zu stel­len und gemein­sam mit Kli­ent zu ver­ste­hen, wel­che Bedeu­tung digi­tale Erfah­run­gen für ihr Leben haben.

Unsere Dozentin

Dr. phil. Johanna L. Degen ist Sozi­al­psy­cho­lo­gin und habi­li­tiert der­zeit an der Euro­pa­uni­ver­si­tät in Flens­burg. Neben der Wis­sen­schaft ist sie sys­te­mi­sche The­ra­peu­tin und inte­gra­tive Paar- und Sexu­al­the­ra­peu­tin in eige­ner Pra­xis und lei­tet soziale Wis­sens­trans­fer­pro­jekte im Bereich der psy­cho­lo­gi­schen Sexu­elle Bil­dung, u.a. Teach LOVE. In ihrer Arbeit ver­bin­det sie For­schung und Anwen­dung aus einer huma­nis­ti­schen Posi­tion, die sie auch im öffent­li­chen Dis­kurs als Spea­ke­rin, in den Medien und ihrem eige­nen Pod­cast “Lie­bes­la­bor” ver­tritt.
Aktu­elle Bücher: “Swipe, like, love: Inti­mi­tät und Bezie­hung im digi­ta­len Zeit­al­ter” (Psy­cho­so­zial) und “The Sha­ping of the Para­so­cial Self: Rela­ti­onships and Inti­macy in the Digi­tal Era” (Pal­grave)

Kurszeiten 

10.00 bis 18.00 Uhr

Fortbildungspunkte

Wer­den bei der Baye­ri­schen Lan­des­ärz­te­kam­mer beantragt.

Kursgebühr

180 € Early-Bird-Preis
bei Anmel­dung bis 05.03.2027

210 € regu­lä­rer Preis
bei Anmel­dung ab 06.03.2027

Hier anmelden.

Die Plätze sind begrenzt und wer­den in der Rei­hen­folge der Anmel­dung ver­ge­ben. Nach der Anmel­dung schi­cken wir Ihnen die Zah­lungs­in­for­ma­tio­nen per E‑Mail. Mit Ein­gang der Zah­lung auf unse­rem Konto ist Ihre Teil­nahme gesichert.

Stornobedingungen

Wenn sich Ihre Pläne ändern und Sie stor­nie­ren möch­ten, fällt eine Bear­bei­tungs­pau­schale an. Damit glei­chen wir den Ver­wal­tungs­auf­wand aus, der durch Ihre An- und Abmel­dung ent­steht. Die Bear­bei­tungs­pau­schale wird bei der Rück­erstat­tung von Ihren geleis­te­ten Zah­lun­gen abge­zo­gen und beträgt:

  • bis 3 Monate vor Kurs­be­ginn: 80 €.
  • bis zum 30. Tag vor Kurs­be­ginn: 100 €.
  • nach dem 30. Tag vor Kurs­be­ginn: Ein Rück­tritt ist nur mög­lich, wenn Sie uns eine Per­son nen­nen, die ersatz­weise für Sie an dem Kurs teil­nimmt, die Teil­nah­me­kri­te­rien erfüllt und die Teil­nah­me­ge­bühr zahlt. Sollte sich eine geeig­nete Ersatz­per­son fin­den, berech­nen wir eine Stor­no­ge­bühr von 100 €.

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