Karin Paschinger

Der Körper merkt sich alles – 
Physio- und Körpertherapie nach Trauma und Gewalt

16.07.2026
Präsenz in München

Men­schen, die sexu­elle, kör­per­li­che oder emo­tio­nale Gewalt erfah­ren haben, lei­den häu­fig unter kom­ple­xen Kör­per­be­schwer­den. Typisch ist ein viel­schich­ti­ges Bild mit chro­ni­schen und aku­ten Schmer­zen, die mit Ver­span­nun­gen in vie­len Mus­keln zusam­men­hän­gen kön­nen oder medi­zi­nisch zunächst nicht erklär­bar sind. Dazu kom­men belas­tende Gefühle wie Ekel, Angst vor Nähe und Berüh­rung oder kör­per­li­che Gefühllosigkeit.

Bei vie­len Betrof­fe­nen fin­den sich im gesam­ten Kör­per aus­ge­prägte Mus­kel­ver­span­nun­gen, die Aus­druck tief ver­an­ker­ter Schutz- und Abwehr­hal­tun­gen sind. Sie erschwe­ren kör­per­li­che Nähe und Sexua­li­tät und machen sie manch­mal sogar unmög­lich. Dabei kon­zen­triert sich die Wahr­neh­mung des eige­nen Kör­pers häu­fig auf trau­ma­be­zo­gene Emp­fin­dun­gen, die ent­we­der als Schmerz auf­tre­ten oder dis­so­zia­tiv aus­ge­blen­det wer­den. Bestimmte Kör­per­be­rei­che wer­den nur teil­weise oder gar nicht wahr­ge­nom­men, und vie­len Betrof­fe­nen fällt es schwer, sich im eige­nen Kör­per zu orientieren.

Per­sön­li­che Belas­tungs­gren­zen gera­ten im All­tag zudem oft aus dem Blick. Sowohl bei kör­per­li­cher Akti­vi­tät als auch in der Sexua­li­tät über­schrei­ten Betrof­fene nicht sel­ten ihre eige­nen Gren­zen – in dem Ver­such, „nor­mal“ zu funktionieren.

In die­sem Work­shop wid­met sich die Phy­sio­the­ra­peu­tin Karin Paschin­ger der Frage, wie Sicher­heit, Ori­en­tie­rung und ein leben­di­ges Spü­ren im eige­nen Kör­per nach trau­ma­ti­schen Erfah­run­gen behut­sam gestärkt wer­den kön­nen. Dabei gehen wir der Frage nach, wel­che kör­per­li­chen und emo­tio­na­len Reak­tio­nen auf­tre­ten kön­nen, wenn zuvor taube, über­las­tete oder abge­spal­tene Kör­per­be­rei­che durch Bewe­gung, Berüh­rung und bewuss­tes Wahr­neh­men wie­der in Kon­takt kom­men – und wie sich ihnen behut­sam begeg­nen lässt. 

Ergän­zend wer­den prak­ti­sche Übun­gen ver­mit­telt, die Sta­bi­li­tät, Selbst­re­gu­la­tion und eine sichere Ori­en­tie­rung im Hier und Jetzt för­dern. Sie unter­stüt­zen dabei, sich im eige­nen Kör­per geer­det und gehal­ten zu füh­len. Eine Body Map zum Kör­per­er­le­ben hilft, kör­per­li­che Emp­fin­dun­gen kla­rer zu benen­nen, bes­ser zuzu­ord­nen und bewuss­ter zu ver­ste­hen. Zusätz­lich arbei­ten wir mit sanf­ten Bewe­gungs­ab­läu­fen aus der Fel­den­krais­me­thode sowie phy­sio­the­ra­peu­ti­schen Tech­ni­ken. Diese die­nen dazu, die Wahr­neh­mung zu ver­fei­nern, über­schüs­sige und schmerz­hafte mus­ku­läre Span­nung abzu­bauen, dis­so­zi­ierte Emp­fin­dun­gen zu inte­grie­ren und das Ver­trauen in den Kör­per zu stärken.

Zu Gast im Work­shop ist die Erfah­rungs­exper­tin Nadine. Anhand ihres Ent­wick­lungs­wegs wird gezeigt, wie eine acht­same, indi­vi­du­ell abge­stimmte kör­per­the­ra­peu­ti­sche Beglei­tung aus­se­hen kann. Nadine berich­tet vor Ort, wie sich ihr Kör­per­er­le­ben und ihre Sexua­li­tät im Laufe des Pro­zes­ses ver­än­dert haben und wel­che Schritte für ihre Ent­wick­lung beson­ders bedeut­sam waren.

Unsere Dozentin

Karin Paschin­ger ist Phy­sio­the­ra­peu­tin, Fel­den­krais Prac­ti­tio­ner und Osteo­pathin. Seit über zwan­zig Jah­ren beglei­tet sie Men­schen mit Trau­ma­fol­ge­stö­run­gen, viel­schich­ti­gen Beschwer­de­bil­dern und chro­ni­schen Schmer­zen. Dar­über hin­aus betreut sie Patient:innen mit lang­an­hal­ten­den und kom­ple­xen Schmerz­pro­ble­ma­ti­ken in der post­ope­ra­ti­ven Chir­ur­gie. Ihr Fach­wis­sen ver­mit­telt Karin Paschin­ger in Fach­bü­chern und Fach­zeit­schrif­ten sowie in Vor­trä­gen und Workshops.

Kurszeiten 
10:00–18:00 Uhr
Kursort

Trauma Hilfe Zen­trum Mün­chen e.V.

Pausenverpflegung

Im Kurs­preis ent­hal­ten sind Getränke und Snacks.

Mit­tags kann ent­we­der in einem der vie­len Lokale in der Umge­bung gespeist wer­den (nicht im Kurs­preis inbe­grif­fen) oder mit­ge­brach­tes Essen ver­zehrt werden.

Fortbildungspunkte

Wer­den bei der Baye­ri­schen Lan­des­ärz­te­kam­mer beantragt.

Kursgebühr

180 €

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Die Plätze sind begrenzt und wer­den in der Rei­hen­folge der Anmel­dung vergeben.

Stornobedingungen

Soll­ten Sie Ihre Anmel­dung stor­nie­ren müs­sen, berech­nen wir eine Gebühr, um unse­ren Ver­wal­tungs­auf­wand zu decken:

  • Storno bis 3 Monate vor Kurs­be­ginn: 50 €
  • Storno bis zum 30. Tag vor Kurs­be­ginn: 100 €
  • Storno nach dem 30. Tag vor Kurs­be­ginn: Ein Rück­tritt vom Kurs ist nur mög­lich, wenn Sie uns eine Per­son nen­nen, die ersatz­weise für Sie an der Ver­an­stal­tung teil­nimmt und die Kos­ten dafür trägt.

Här­te­fälle sind von der Stor­no­re­ge­lung ausgenommen.

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