Menschen, die sexuelle, körperliche oder emotionale Gewalt erfahren haben, leiden häufig unter komplexen Körperbeschwerden. Typisch ist ein vielschichtiges Bild mit chronischen und akuten Schmerzen, die mit Verspannungen in vielen Muskeln zusammenhängen können oder medizinisch zunächst nicht erklärbar sind. Dazu kommen belastende Gefühle wie Ekel, Angst vor Nähe und Berührung oder körperliche Gefühllosigkeit.
Bei vielen Betroffenen finden sich im gesamten Körper ausgeprägte Muskelverspannungen, die Ausdruck tief verankerter Schutz- und Abwehrhaltungen sind. Sie erschweren körperliche Nähe und Sexualität und machen sie manchmal sogar unmöglich. Dabei konzentriert sich die Wahrnehmung des eigenen Körpers häufig auf traumabezogene Empfindungen, die entweder als Schmerz auftreten oder dissoziativ ausgeblendet werden. Bestimmte Körperbereiche werden nur teilweise oder gar nicht wahrgenommen, und vielen Betroffenen fällt es schwer, sich im eigenen Körper zu orientieren.
Persönliche Belastungsgrenzen geraten im Alltag zudem oft aus dem Blick. Sowohl bei körperlicher Aktivität als auch in der Sexualität überschreiten Betroffene nicht selten ihre eigenen Grenzen – in dem Versuch, „normal“ zu funktionieren.
In diesem Workshop widmet sich die Physiotherapeutin Karin Paschinger der Frage, wie Sicherheit, Orientierung und ein lebendiges Spüren im eigenen Körper nach traumatischen Erfahrungen behutsam gestärkt werden können. Dabei gehen wir der Frage nach, welche körperlichen und emotionalen Reaktionen auftreten können, wenn zuvor taube, überlastete oder abgespaltene Körperbereiche durch Bewegung, Berührung und bewusstes Wahrnehmen wieder in Kontakt kommen – und wie sich ihnen behutsam begegnen lässt.
Ergänzend werden praktische Übungen vermittelt, die Stabilität, Selbstregulation und eine sichere Orientierung im Hier und Jetzt fördern. Sie unterstützen dabei, sich im eigenen Körper geerdet und gehalten zu fühlen. Eine Body Map zum Körpererleben hilft, körperliche Empfindungen klarer zu benennen, besser zuzuordnen und bewusster zu verstehen. Zusätzlich arbeiten wir mit sanften Bewegungsabläufen aus der Feldenkraismethode sowie physiotherapeutischen Techniken. Diese dienen dazu, die Wahrnehmung zu verfeinern, überschüssige und schmerzhafte muskuläre Spannung abzubauen, dissoziierte Empfindungen zu integrieren und das Vertrauen in den Körper zu stärken.
Zu Gast im Workshop ist die Erfahrungsexpertin Nadine. Anhand ihres Entwicklungswegs wird gezeigt, wie eine achtsame, individuell abgestimmte körpertherapeutische Begleitung aussehen kann. Nadine berichtet vor Ort, wie sich ihr Körpererleben und ihre Sexualität im Laufe des Prozesses verändert haben und welche Schritte für ihre Entwicklung besonders bedeutsam waren.
Karin Paschinger ist Physiotherapeutin, Feldenkrais Practitioner und Osteopathin. Seit über zwanzig Jahren begleitet sie Menschen mit Traumafolgestörungen, vielschichtigen Beschwerdebildern und chronischen Schmerzen. Darüber hinaus betreut sie Patient:innen mit langanhaltenden und komplexen Schmerzproblematiken in der postoperativen Chirurgie. Ihr Fachwissen vermittelt Karin Paschinger in Fachbüchern und Fachzeitschriften sowie in Vorträgen und Workshops.
Trauma Hilfe Zentrum München e.V.
Im Kurspreis enthalten sind Getränke und Snacks.
Mittags kann entweder in einem der vielen Lokale in der Umgebung gespeist werden (nicht im Kurspreis inbegriffen) oder mitgebrachtes Essen verzehrt werden.
Werden bei der Bayerischen Landesärztekammer beantragt.
180 €
Die Plätze sind begrenzt und werden in der Reihenfolge der Anmeldung vergeben.
Sollten Sie Ihre Anmeldung stornieren müssen, berechnen wir eine Gebühr, um unseren Verwaltungsaufwand zu decken:
Härtefälle sind von der Stornoregelung ausgenommen.
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