Sexualität und Trauma

Online und Präsenz

Mit
Mela­nie Bütt­ner
Karin Paschin­ger
und Nadine

Zertifiziert nach den Kriterien
der Deutschen Gesellschaft für Sexualforschung

Trau­ma­ti­sche Erfah­run­gen ver­let­zen Seele und Kör­per. In der Sexua­li­tät kön­nen sie viel­fäl­tige Trau­ma­fol­gen und erheb­li­chen Lei­dens­druck ver­ur­sa­chen. Vor allem nach sexu­el­len Gewalt­er­fah­run­gen fällt es vie­len Betrof­fe­nen schwer, Bezie­hung, Nähe und Inti­mi­tät unbe­las­tet zu erle­ben. Aber auch andere Trau­mata kön­nen Spu­ren in der Sexua­li­tät hin­ter­las­sen. Kör­per­li­che und emo­tio­nale Gewalt, Ver­nach­läs­si­gung, trau­ma­tisch erlebte Gebur­ten und medi­zi­ni­sche Ein­griffe sowie die sys­te­ma­ti­sche Unter­drü­ckung sexu­el­ler Rechte auf Selbst­be­stim­mung, Ein­ver­nehm­lich­keit und Unver­sehrt­heit in eini­gen Kul­tu­ren bewir­ken eben­falls Belas­tun­gen und Beein­träch­ti­gun­gen in der Sexua­li­tät. Beglei­tet wer­den sexu­elle Trau­ma­fol­gen oft von ande­ren psy­chi­schen und kör­per­li­chen Erkran­kun­gen, Retrau­ma­ti­sie­run­gen, erneu­ten Gewalt­er­fah­run­gen, Bezie­hungs­pro­ble­men, Part­ner­lo­sig­keit oder uner­füll­ten Kinderwünschen.

Die Behand­lung von Men­schen mit sexu­el­len Trau­ma­fol­gen ist des­halb ein wich­ti­ges psy­cho­the­ra­peu­ti­sches Hand­lungs­feld. Den­noch wer­den sexu­elle Trau­ma­fol­gen in der Psy­cho­the­ra­pie meist nicht erkannt und auch nicht behan­delt. In die­ser Wei­ter­bil­dung ler­nen Sie, wie Sie Betrof­fene the­ra­peu­tisch beglei­ten kön­nen. Die Wei­ter­bil­dung kann berufs­be­glei­tend erwor­ben und mit einem Zer­ti­fi­kat „The­ra­pie sexu­el­ler Trau­ma­fol­gen DGfS“ abge­schlos­sen werden.

Ziele

Sie erfah­ren, wie Sie …
  • die The­men Sexua­li­tät und Trauma in Ihre Arbeit ein­be­zie­hen können
  • mit Patient:innen und Klient:innen über intime The­men und trau­ma­ti­sie­rende Erfah­run­gen sprechen
  • sexu­elle Trau­ma­fol­gen erken­nen und dia­gnos­tisch einordnen
  • Men­schen mit sexu­elle Trau­ma­fol­gen behan­deln, indem Sie Ele­mente aus der Sexual‑, Trauma‑, Kör­per- und Paar­the­ra­pie verbinden
  • bei Bedarf in ergän­zende oder alter­na­tive The­ra­pien vermitteln

Voraussetzungen für die Teilnahme

Sie kön­nen an der Wei­ter­bil­dung teil­neh­men, wenn Sie psy­cho­the­ra­peu­tisch mit Erwach­se­nen oder Jugend­li­chen arbei­ten, z. B.

  • als Psychotherapeut:in mit psy­cho­lo­gi­schem, ärzt­li­chem oder (sozial-)pädagogischem Hintergrund
  • in ambu­lan­ter oder kli­ni­scher Tätigkeit

Sie soll­ten eine psy­cho­the­ra­peu­ti­sche Aus­bil­dung oder gleich­wer­tige Qua­li­fi­ka­tion besit­zen oder sich bereits in der psy­cho­the­ra­peu­ti­schen Aus­bil­dung befinden. 

Außer­dem soll­ten Sie die Mög­lich­keit haben, die in der Wei­ter­bil­dung erwor­be­nen Kom­pe­ten­zen in ihrer Berufs­pra­xis anzu­wen­den, z. B. in Form einer aktu­el­len, kurs­be­glei­ten­den psy­cho­the­ra­peu­ti­schen Tätigkeit.

Sind Sie in einem ande­ren Berufs­feld tätig? 

Wenn Sie an dem Kurs teil­neh­men möch­ten, schrei­ben Sie uns gerne eine Mail. Zusam­men mit der Wei­ter­bil­dungs­lei­tung kön­nen Sie klä­ren, ob eine Teil­nahme mög­lich ist. Vor allem, wenn Sie in einem der fol­gen­den Berufs­fel­der tätig sind, könnte der Kurs für Sie inter­es­sant sein:

  • Bera­tung, Sozi­al­ar­beit und Sozialpädagogik
  • Gynä­ko­lo­gie und Geburts­hilfe, Heb­am­men­tä­tig­keit, Uro­lo­gie, Andro­lo­gie, Allgemeinmedizin
  • Phy­sio­the­ra­pie, Becken­bo­den­the­ra­pie, Körpertherapie

Haben Sie bereits ein Semi­nar “Sexua­li­tät & Trauma” mit Mela­nie Bütt­ner besucht? 

Gege­be­nen­falls ist ein Ein­stieg ab Modul 2 mög­lich. Schrei­ben Sie uns, wann und an wel­chem Insti­tut das Semi­nar statt­ge­fun­den hat und wir prü­fen, ob eine Anrech­nung der Leis­tun­gen und der Erwerb des DGfS-Zer­ti­fi­kats mög­lich sind.

Termine und Ort

Kurs 2024/25

Modul 1: 07./08.10.2024 – Online
Modul 2: 21./22.03.2025 – Prä­senz   
Modul 3: 14./15.07.2025 – Online

Kurs­zei­ten
Jeweils 10.00 bis 18.00 Uhr
 
Ort des Prä­senz­mo­duls
Mün­chen. Der genaue Ort wird noch bekanntgegeben.

Mitwirkende

Wei­ter­bil­dungs­lei­tung: Dr. Mela­nie Büttner

Gast­do­zen­tin­nen:

  • Karin Paschin­ger zeigt Ihnen, wie Sie Ele­mente aus der Kör­per- und Phy­sio­the­ra­pie ein­set­zen kön­nen, um trau­ma­ti­sier­ten Men­schen wir­kungs­voll zu hel­fen. Die Phy­sio­the­ra­peu­tin und Fel­den­krais-Prac­ti­tio­ner ist seit 1995 am Uni­kli­ni­kum rechts der Isar tätig, seit 2007 in der Tages­kli­nik für Men­schen mit Trau­ma­fol­ge­stö­run­gen. Ihre Arbeit basiert auf der Fel­den­krais-Methode und inte­griert osteo­pa­thi­sche und phy­sio­the­ra­peu­ti­sche Ele­mente wie Becken­bo­den- und manu­elle The­ra­pie oder neu­ro­ko­gni­tive Reha­bi­li­ta­tion nach Perfetti.
  • Nadine ist eine ehe­ma­lige Pati­en­tin und hat selbst sexu­elle Gewalt erlebt. Berüh­rend und warm­her­zig erzählt sie von ihrem Weg. Sie erklärt, was ihr in der The­ra­pie am meis­ten gehol­fen hat, dis­ku­tiert mit Ihnen und beant­wor­tet Ihre Fragen.

Umfang

48 Unter­richts­stun­den, davon

  • Theo­rie- und Pra­xis­se­mi­nare: 42 Std.
  • The­men­zen­trierte Selbst­er­fah­rung: 6 Std.

Für den Erwerb des DGfS-Zer­ti­fi­kats sind zusätz­lich 16 Std. the­men­zen­trierte Super­vi­sion bei einer von der DGfS dafür aner­kann­ten Per­son erfor­der­lich. Sie kön­nen hier­für an offe­nen Online-Super­vi­si­ons­grup­pen teilnehmen.

Inhalte

Das Cur­ri­cu­lum ori­en­tiert sich an den Kri­te­rien für die Wei­ter­bil­dung “The­ra­pie sexu­el­ler Trau­ma­fol­gen” der DGfS.

Sexu­elle Pro­bleme und Stö­run­gen, die mit trau­ma­ti­schen Erfah­run­gen in Ver­bin­dung stehen

  • Post­trau­ma­ti­sche Belas­tungs­stö­rung und kom­plexe post­trau­ma­ti­sche Belas­tungs­stö­rung in der Sexualität
  • Dis­so­zia­tive Stö­run­gen in der Sexualität
  • Schutz­lo­sig­keit gegen­über sexu­el­ler Retrau­ma­ti­sie­rung, Revik­ti­mi­sie­rung und gesund­heit­li­chen Risiken
  • Sexu­elle Schmerzen
  • Feh­len­des sexu­el­les Ver­lan­gen, Erre­gungs- und Orgasmusstörungen
  • Süch­tige und zwang­hafte Sexualität
  • Belas­tende sexu­elle Gewaltfantasien
  • Bin­dungs­stö­run­gen und post­trau­ma­ti­sche Beziehungsdynamiken
  • Belas­tun­gen von Partner:innen

Grund­la­gen

  • Sexu­elle Gesund­heit und Vielfalt
  • Trauma- und Gewalterfahrungen
  • Aus­wir­kun­gen von Trauma- und Gewalt­er­fah­run­gen auf die Sexualität
  • Gesell­schaft­li­che und kul­tu­relle Ein­flüsse, die das Risiko für (sexu­elle) Gewalt und Revik­ti­mi­sie­run­gen erhöhen
  • Sexu­elle Bil­dung, Gewalt­prä­ven­tion und Medienkompetenz

Prak­ti­sche Kompetenzen

  • Hal­tung
  • Bezie­hungs­auf­bau und ‑gestal­tung
  • Gesprächs­füh­rung
  • Ana­mnese
  • Dia­gnos­tik, ggf. unter Mit­be­ur­tei­lung durch Gynä­ko­lo­gie, Uro­lo­gie, Andro­lo­gie, Becken­bo­den­phy­sio­the­ra­pie o. a.
  • Pro­blem­ver­ständ­nis und Hypothesenbildung
  • Inte­gra­tive Sexual- und Traumatherapie
  • Trau­ma­sen­si­ble Kör­per- und Phy­sio­the­ra­pie (Ein­füh­rung)
  • Ver­mitt­lung in ergän­zende oder alter­na­tive Therapien
  • Gren­zen und Mög­lich­kei­ten des eige­nen Han­delns und Settings

Die Inte­gra­tive Sexual- und Traumatherapie …

  • stärkt Betrof­fene in ihrer Fähigkeit
    • sich zu beru­hi­gen und zu reorientieren
    • sich selbst und den eige­nen Kör­per wahr­zu­neh­men und posi­tiv zu erleben
    • acht­sam auf die eige­nen Bedürf­nisse und Gren­zen einzugehen 
    • in Bezie­hun­gen und inti­men Begeg­nun­gen für ihre Sicher­heit zu sorgen
  • ver­rin­gert
    • Wie­der­erle­ben
    • Bedro­hungs­er­le­ben
    • Dis­so­zia­tion
    • Schmer­zen
  • erwei­tert die Mög­lich­kei­ten, Sexua­li­tät als unbe­las­tet, posi­tiv und ange­nehm zu erleben

Dabei wer­den die indi­vi­du­el­len The­ra­pie­be­dürf­nisse von Betrof­fe­nen ebenso ein­be­zo­gen wie die ihrer Partner:innen und des Beziehungssystems.

The­men­zen­trierte Selbsterfahrung

Sie sind ein­ge­la­den, sich selbst bes­ser ken­nen­zu­ler­nen und sich mit fol­gen­den The­men auseinanderzusetzen:

  • der eige­nen Sexualität
  • der eige­nen psy­cho­sexu­el­len Entwicklung
  • der Wir­kung eige­ner sexu­el­ler Erfah­run­gen auf die sexu­al­the­ra­peu­ti­sche Hal­tung und Tätigkeit

Per­sön­li­che Erfah­run­gen kön­nen im Kurs geteilt wer­den (z. B. in Klein­grup­pen), sofern es für Sie stim­mig ist. Es besteht aber keine Ver­pflich­tung, sich mit inti­men The­men zu offenbaren.

Anwen­dung des Erlern­ten im eige­nen Pra­xis­feld unter Supervision 
  • Erst­ge­sprä­che
  • Bera­tungs­ge­sprä­che
  • The­ra­pie

Die Gesprä­che und Sit­zun­gen kön­nen mit Ein­zel­per­so­nen, Paa­ren oder Men­schen in ande­ren Bezie­hungs­kon­stel­la­tio­nen statt­fin­den. Die Super­vi­sion ist nicht im Kurs­um­fang enthalten.

Zertifikate

Per­so­nen, die die Kurs­mo­dule 1–3 absol­viert haben, erhal­ten eine Teil­nah­me­be­schei­ni­gung des spt-Instituts.

Psy­cho­the­ra­peu­tisch Tätige kön­nen zusätz­lich den DGfS-zer­ti­fi­zier­ten Wei­ter­bil­dungs­ab­schluss „The­ra­pie sexu­el­ler Trau­ma­fol­gen DGfS“ bean­tra­gen. Für die Aner­ken­nung durch die DGfS sind fol­gende Kri­te­rien zu erfül­len und schrift­lich zu dokumentieren:

  • Abge­schlos­sene psy­cho­the­ra­peu­ti­sche Aus­bil­dung mit
    • Appro­ba­tion oder
    • einer der Appro­ba­tion äqui­va­len­ten Qualifikation
  • Regel­mä­ßige Kurs­teil­nahme (max. 10% Fehlzeiten)
    • 42 Stun­den Theo­rie- und Praxisseminare
    • 6 Stun­den the­men­zen­trierte Selbsterfahrung
  • 16 Stun­den Super­vi­sion durch eine Per­son, die von der DGfS für diese Auf­gabe aner­kannt ist
    • vor­zugs­weise Gruppensupervision
    • Ein­zel­su­per­vi­sio­nen kön­nen ggf. ange­rech­net werden
  • Pra­xi­s­tä­tig­keit unter Supervision 
    • 15 the­men­spe­zi­fi­sche The­ra­pie­sit­zun­gen, davon min­des­tens ein Behand­lungs­fall mit einem Fall­ver­lauf über meh­rere Sitzungen
    • zusätz­lich 4 Erst- oder Beratungsgespräche

Fortbildungspunkte

Fort­bil­dungs­punkte der Baye­ri­schen Lan­des­ärz­te­kam­mer wer­den beantragt.

Kosten

Gesam­ter Kurs

  • bei Zah­lung als Gesamt­be­trag: 1.050 €
  • bei Zah­lung in 3 Raten: 1.140 €

Mit Anmel­dung für den Kurs erhe­ben wir eine Anzah­lung von 350 €.

Buchung ein­zel­ner Module 

390 € pro Modul

Die Kosten beinhalten

  • die Teil­nahme an dem gebuch­ten Kurs bzw. den jewei­li­gen Kurs-Modulen
  • die Ver­pfle­gung in den Kaffeepausen

Nicht inbe­grif­fen sind

  • die Super­vi­sion
  • Früh­stück, Mit­tag­essen und Abendessen
  • die Über­nach­tung

Anmeldung

Über das Anmel­de­for­mu­lar kön­nen Sie sich ver­bind­lich anmel­den. Die Plätze wer­den in der Rei­hen­folge der Anmel­dung vergeben. 

Storno

Soll­ten Sie Ihre Anmel­dung stor­nie­ren müs­sen, berech­nen wir eine Gebühr, um unse­ren Ver­wal­tungs­auf­wand zu decken:

  • Storno bis 8 Wochen vor Kurs­be­ginn: 40 €
  • Storno bis zum 30. Tag vor Kurs­be­ginn: 100 €
  • Storno nach dem 30. Tag vor Kurs­be­ginn: Ein Rück­tritt vom Kurs ist nur mög­lich, wenn Sie uns eine Per­son nen­nen, die ersatz­weise für Sie an der Ver­an­stal­tung teil­nimmt und die Kos­ten dafür trägt.

Fehl­zei­ten

Kurse oder Kurs­teile, die wegen Krank­heit oder ande­ren erheb­li­chen Grün­den nicht besucht wer­den kön­nen, kön­nen nach Abspra­che in einem der Fol­ge­kurse nach­ge­holt wer­den, sofern ein Platz dafür zur Ver­fü­gung steht.

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